Parodontalbehandlung

Was versteht man unter einer Parodontitis?
Parodontopathien sind als krankhafte, entzündliche Veränderungen des Zahnhalteapparates definiert. Diese zeigen sich in einer weitgehend irreversiblen Schädigung des Zahnhalteapparates.

Wie bei der Karies müssen mehrere Faktoren zusammenspielen, um eine Parodontitis auszulösen. Dazu zählt vor allem das eigene Immunsystem. Zudem existieren auch nicht zu unterschätzende Risikofaktoren wie genetische Prädisposition, Tabakkonsum, Diabetes mellitus, Lebenspartner mit bestehender Parodontitis, Schwangerschaft, offene Zahnkaries, Stress, überstehende Füllungsränder, Mundatmung, Bruxismus, „immun-supprimierte“ Patienten, Vitaminmangel, Piercings sowie Zahnfehlstellungen.

Eine Parodontitis sollten Sie schnellst möglich behandeln lassen, da es sonst zu vorzeitigem Zahnverlust kommen kann. Den ersten Schritt tun Sie selbst, indem Sie zu Hause regelmäßig Gebiss und Zunge reinigen. Die nächsten Schritte gehen Sie dann zusammen mit uns.

Warum eine PA-Behandlung und wie läuft diese ab?
Das Ziel einer systematischen PA-Behandlung besteht darin, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, entzündliche Erscheinungen zum Abklingen zu bringen und einen weiteren Abbau des Zahnhalteapparates vorzubeugen.

Vor Beginn einer Behandlung ist der Zahnarzt verpflichtet einen Behandlungsplan (sog. Parodontalstatus) zu erstellen. Außerdem wird ein Röntgenbild angefertigt und mit Hilfe des Patienten ein Gesamtbefund  erstellt. Nach Diagnose einer Parodontalerkrankung ist zusätzlich eine positive Prognoseentscheidung erforderlich, denn nur bei einem zur Mitarbeit motivierten Patienten ist eine PA-Behandlung über lange Sicht erfolgsversprechend. Anschließend wird eine Vorbehandlung erforderlich. Diese besteht in der Entfernung des Zahnsteins, der weichen Beläge und sonstiger Risikofaktoren, sowie die Anleitung zur richtigen Mundhygiene. Stellt sich heraus, dass nach etwa 3-4 Wochen noch eine weitere Behandlung notwendig ist, wird ein erneuter Parodontalstatus genommen. Dieser wird der Krankenkasse zur Bestätigung der Kostenübernahme zur Verfügung gestellt. Nach dessen Genehmigung wird die eigentliche PA-Behandlung durchgeführt. Dabei werden in der Regel in 2 Sitzungen mit lokaler Betäubung die sichtbaren und die nicht sichtbaren Belägen auf den Zahnoberflächen komplett entfernt. Denn erst wenn die Zahnoberfläche glatt ist, kann sich Zahnfleisch wieder anlegen. Danach werden die Zahnfleischtaschen mit dem Laser behandelt und mit einer antibakteriellen Flüssigkeit gespült.
Die Behandlungserfolge werden von uns nach einer Woche, dann nach 3 Monaten und nach 6 Monaten erneut kontrolliert.

Was kann ich zusätzlich als Betroffener tun?
Von den etwa 500 verschiedenen Bakterienspezien, die in der Mundhöhle vorkommen können, sind im Sinne einer Paradontitis nur wenige krankheitserregend. Diese sind vor allem der Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola und Tannerella forsythensis sowie Actinobacillus actinomycetemcomitans. Mit Hilfe eines mikrobiologischen Testes können wir für Sie den Schweregrad der Besiedlung für jeden Keim gesondert und mengenmäßig feststellen. Damit kann unterstützend zur PA-Therapie Antibiotika verordnet werden. So wird nicht nur lokal, sonder auch systemisch behandelt. Eine Behandlung mit Antibiotika wirkt immer nur unterstützend und ersetzt keine mechanische Reinigung.

Warum Sie nicht von uns loskommen?!
Haben Sie eine Parodontitis, sollten Sie regelmäßig prüfen lassen, wie tief Ihre Zahnfleischtaschen sind. Wir vergleichen das Ergebnis mit dem der vorherigen Untersuchung. Eine einmalige Kontrolle und Behandlung reicht nicht aus, sonst riskieren Sie, dass die Krankheit unbemerkt fortschreitet.
Deshalb werden Sie zu regelmäßigen „Recall-Terminen“ wieder einbestellt.

 

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